Mit völlig unterschiedlichem Wissensstand und Erwartungen an den Abend sitzen wir letzten Montag von 19.45 bis 22.30 Uhr da, die Mitglieder der Flex User Group, Freie Mitarbeiter und SinnerSchraders.
Grant Straker höchstpersönlich, Geschäftsführer von Straker Interactive, ist der Einladung der Flex User Group Hamburg gefolgt. Dank des Engagements der User Group Manager, Jens Krause und Sönke Rohde, schaut er bei seiner Europa-Tournee nicht nur in München, sondern auch in Hamburg vorbei.
Rund 40 Teilnehmer verfolgen in den Räumlichkeiten SinnerSchraders bei einer Flasche Bier oder Bionade seinen Ausführungen auf dem Beamer in Echtzeit und beobachten, was dieses browserbasierte Tool alles leistet. Dass Straker dabei direkt im Quellcode arbeitet, erkenne inzwischen sogar ich.
Thema seines Vortrags ist zum einen das Produkt „ZoomFlex". Laut Hersteller können mit ZoomFlex, einem CMS, kleine bis große (Enterprise-) Flex Applikationen erstellt werden, wobei angeblich bis zu 30% der Entwicklungszeit gespart werden.
Zum anderen zeigt Straker, wie die Flex-Anwendungen durch das Tool strukturiert werden.
Dabei wird ein "sauberer" Code zur Weiterverarbeitung generiert, welcher auf dem Flex-Framework Cairngorm und der OpenSource Erweiterung Universal Mind Cairngorm Extensions basiert.
Simons Aussage in der Pause: „Das ist mir zum Teil schon etwas zu speziell. Mir fehlt etwas die Übersicht, was er gerade macht", beruhigt mich ungemein. Schließlich ist er Entwickler bei SinnerSchrader und denkt dies, obwohl er im Gegensatz zu mir mehr als Teile des Quellcodes erkennt.
Aber das scheint zum Prototypen des Entwicklers zu gehören: Sich grundsätzlich erst einmal für alle neuen Technologien zu interessieren - sind sie auch noch so speziell.
Offensichtlich richtet sich der Vortrag in erster Linie an Flasher, da diese mit dem gleichen Dateityp arbeiten.
Von Greg, unserem Head of Flash, lasse ich mir die Funktion des Tools erklären: „Zusammenfassend könnte man sagen, dass das System da ist, um den notwendigen Frontend und Backend Code automatisch zu generieren, wobei der Frontend Code bzw. die Views noch bearbeitet werden müssen." Er fügt an: „Das ist meiner Ansicht allerdings auch ein großer Schwachpunkt: Denn wenn man in dem Servertool etwas hinzugefügt hat, muss man den bearbeiteten Code, den man auf dem Rechner hat, per Hand wieder zusammenführen."
„Die UM Cairngorm Extensions sind ja OpenSource und werden zurzeit auch in der Community heiß diskutiert", berichtet auch Jens, vom Tool allerdings ganz angetan.
„Ich habe keine Ahnung, ob ich das selbst je einsetzen werde", meint einer unserer Flasher Oliver, „aber zu sehen, wie dieses Tool funktioniert, finde ich schon spannend." Ähnlich begründet auch Veit, Entwickler bei SinnerSchrader, warum er so freiwillig zur späteren Stunde noch an dieser Veranstaltung teilnimmt. Sein Besuch der Veranstaltung war spontan, der Einblick in eine andere Technologie Anreiz genug: „Manches erkenne ich wieder: Konzepte wie MVC kennt man aus vielen Frameworks für unterschiedliche Programmiersprachen."
Gibt es doch ein Esperanto der Technik?
„An ein Esperanto der Techniker glaub ich zwar nicht", meint Rainer, „aber an eine gemeinsame Herangehensweise oder Denkweise, die sich auch dort durchsetzt, wo man's vorher nicht vermutet hat - z.B. bei Flash." Der Technical Director erklärt: „Interessant ist, dass sich etablierte Denkmuster aus der Software-Entwicklung jetzt endlich in der Flash Welt durchsetzen. Das macht den Einstieg für Viele leichter und die Ergebnisse werden einfach besser, wenn man richtig entwickelt."
„Gut funktionierende Konzepte setzen sich durch"", bemerkt Veit und schon sind all die Herren um mich in ein Gespräch über Tools verwickelt, wobei ihre Stimmen einen zunehmend warmen Unterton bekommen. Offensichtlich eine echte Herzensangelegenheit.
Austausch, Inspiration und Neugierde bestimmen die Diskussion in der Pause, so dass ich den Eindruck gewinne, solch ein Abend dient mehr als nur dem reinen Wissensaustausch.
Beim nächsten Treffen der Flex User Group geht es übrigens um Thwirl. Nähere Infos gibt es dazu hier.