„Selbstverwirklichung ist der falsche Ansatz“
SinnerSchrader verstärkt sein Frankfurter Büro mit Elena Shalman als Senior-Konzeptionerin. Im Interview erzählt die 31-jährige Diplom-Informatikerin, warum die beste Idee nicht automatisch auch die beste Lösung ist und worauf es bei der Online-Konzeption wirklich ankommt.
Wie sahen deine ersten Tage bei SinnerSchrader aus?
Es war ein schöner Tag! Ich wurde herzlich von einem kleinen Empfangskomitee aus Frankfurter und Hamburger Kollegen begrüßt und direkt in Beschlag genommen.
Wie wird es nun bei dir weitergehen?
In den ersten fünf Wochen lerne ich SinnerSchrader am Standort in Hamburg kennen. Ich habe auch schon die ersten Kunden kennengelernt und mein erster Pitch steht vor der Tür. Nun heißt es richtig loslegen. Viel Zeit zum Ankommen ist nicht da. Und das ist auch gut so. Denn am besten integriert man sich beim Arbeiten.
Welche Aufgaben leistest du als Konzeptionerin bei einem Pitch?
Der Beruf des Konzeptioners ist generell sehr breit aufgestellt. Die Arbeit bei einem Pitch startet damit, dass die Aufgaben und die Zielsetzung gemeinsam mit dem Kunden ermittelt werden und die Sicht geschärft wird. Als Konzeptioner muss ich dabei die Stoßrichtung kennen. Ohne diese kommt man nicht zu den richtigen Lösungen.
Woher kennst du die Stoßrichtung?
Meisten erhält man erste Input-Unterlagen, welche die Probleme beschreiben, vom Kunden. Schließlich macht er sich Gedanken, bevor er auf eine Agentur zugeht. Aufgabe eines guten Konzeptioners ist es, diese Probleme und Aufgabestellungen zu hinterfragen und die richtigen zu finden.
Was zeichnet einen schlechten Konzeptioner aus?
Nicht denken. Und nicht offen sein. Ziel eines guten Kozeptioners ist es immer alle Richtungen zu sehen, kennen und erkennen sowie offen für neue Ideen zu sein. Es wird die Lösung für den Kunden gesucht, nicht für sich selbst. Selbstverwirklichung ist der falsche Ansatz - Herzblut für die beste Lösung der richtige. Und dabei nie das Ziel aus den Augen verlieren.
Wann wusstest du, dass du in der Konzeption arbeiten willst?
Bereits im Studium haben mich die Wahrnehmungstheorien interessiert: Wie funktionieren die Menschen, wie nehmen wir die Dinge wahr, wie beeinflussen uns die Medien?
Nach dem Studiumsabschluss fing ich zur Berufsorientierung bei einer Agentur an. Bei meinem ersten Projekt durfte ich eine sehr erfahrene Konzeptionerin bei der Konzeption eines komplexen Intranets begleiten. Damals habe ich noch sehr wenig von Konzeption verstanden, aber ich wusste, dass ich es verstehen will. Bei mir hat sich schnell ein Berufswunsch geformt. Dadurch, dass ich in meiner Orientierungsphase auch in andere Bereiche hereingeschaut habe, konnte ich auch meine Stärken und Neigungen gut erkennen.
Wenn jemand im Bereich Konzeption arbeiten will, welchen Ausbildungsweg würdest du empfehlen?
Online-Konzeption und Informationsarchitektur stellen für mich ein Zusammengefüge aus sehr vielen Disziplinen dar. Es gibt Berührungspunkte mit Informatik, Psychologie, Soziologie, Design oder beispielsweise klassischer Architektur. Eine ehemalige Kollegin von mir war zum Beispiel ursprünglich Theater-Regisseurin. Seit einigen Jahren kann man bereits Informationsarchitektur studieren, zum Beispiel in Stuttgart. Die Fakultät treibt auch das Thema Informationsarchitektur in Deutschland voran.
Inwieweit hat dir dein Studium geholfen?
Ich habe Informatik und Psychologie studiert. Dadurch habe ich ein logisches Verständnis aufgebaut und gelernt, komplexe Aufgaben zu reduzieren, große Zusammenhänge zu erkennen und dabei den Menschen und seine Bedürfnisse nicht zu vergessen. Ich finde aber, dass sich die Konzeption aus möglichst vielen Disziplinen zusammensetzen sollte. Dann kommen Menschen mit unterschiedlicher Denke zusammen und beflügeln sich gegenseitig in ihrem Ideenreichtum.
Worauf kommt es in der Konzeption gerade im Bereich Online an?
Wissen, warum man was tut. Man darf als Konzeptioner das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Um es konkret zu machen: Wenn das Ziel lautet mehr Online-Buchungen zu erreichen, muss ich mit allen Mitteln die Einstiegshürde minimieren und den Prozess so einfach wie möglich gestalten. Wenn man die Grundidee für die Lösung hat - dann muss die Liebe zum Detail kommen. Und ganz wichtig: Am Ende entscheidet der Nutzer, ob die Lösung die Lösung ist. Man muss seinen Lösungsvorschlag immer wieder hinterfragen und dazu bereit sein, auch ganz tolle Ideen zu verwerfen.
Letzte Frage: Welche Seite gefällt dir persönlich gut?
Fiese Frage. Ich mag die Seite von ARTE sehr gerne - ein schönes Portal, sehr haptisch. Apple ist immer noch der Klassiker und nicht zuletzt Google. Denn die Seite tut, was ich will und gibt mir, was ich brauche.
Du hast mir auch gegeben, was ich brauche – deshalb: danke für das Interview und weiterhin eine gute Zeit bei SinnerSchrader!
SinnerSchrader bietet ein Praktikum in der Konzeption. Alle Informationen
_ im Jobangebot auf monster.de
Weitere Informationen zum Bereich Konzeption auf radicalmonday
_ in einem Fragebogen an Chris Wallon, unserem Geschäftsführung Kreation
_ in einem Videointerview mit dem Kollegen Oliver Annen aus der Konzeption
_ in dem Eintrag Wireframes in Action von Oliver Annen